Eberhard-Woll-Preis

Der Eberhard-Woll-Preis

Bild-Woll-PreisMit dem Eberhard-Woll-Preis würdigt der PresseClub Regensburg seit 1999 in der Regel alle zwei Jahre herausragende Veröffentlichungen auf den Gebieten des Journalismus und der Publizistik. Die Auszeichnung ist nach dem Gründungsmitglied und langjährigen Vorsitzenden Eberhard Woll benannt, der 1998 verstorben ist.
2c977fef92Die honorierten Veröffentlichungen sollen einen Bezug zur Region Ostbayern haben, aktuell und in der Regel nicht älter als zwei Jahre sein. Die Preisträger erhalten eine Dotierung von 1.500 € sowie eine Plastik, die vom Regensburger Künstler Alfred Böschl entworfen wurde.
Die Auswahl unter den Arbeiten trifft eine mehrköpfige Jury, der die Vorstandsmitglieder des PresseClubs und weitere renommierte Journalisten angehören.

Eberhard-Woll-Preis des PresseClub Regensburg e.V.

Ausschreibung 2017

Der Eberhard-Woll-Preis honoriert hervorragende Veröffentlichungen auf den Gebieten des Journalismus und der Publizistik. Die honorierte Veröffentlichung muss einen Bezug zur Region Ostbayern haben und soll aktuell sein, in der Regel nicht älter als zwei Jahre.

 

Teilnahmebedingungen

  • Preisträger kann jede natürliche oder juristische Person oder Personenmehrheit sein.
  • Jedermann kann sich für den Eberhard-Woll-Preis bewerben oder eine andere Person vorschlagen. Hierbei ist konkret anzugeben, welche Veröffentlichung bewertet werden soll.
  • Bewerber und vorgeschlagene Personen haben sich bei der Bewerbung bzw. auf Aufforderung durch das Preisgericht den Regelungen dieses Statuts zu unterwerfen. Verstreicht eine hierzu vom Preisgericht gesetzte Frist fruchtlos, gilt die Bewerbung bzw. der Vorschlag als zurückgezogen.
  • Über die Zuerkennung des Eberhard-Woll-Preises entscheidet ein aus ehrenamtlichen Preisrichtern bestehendes Preisgericht.

Dotierung

Der Eberhard-Woll-Preis ist mit einem bei der Preisverleihung auszahlbaren Betrag in Höhe von 1500.- Euro sowie – soweit der Preisträger die satzungsmäßigen Voraussetzungen erfüllt – einer unentgeltlichen ordentlichen Mitgliedschaft im PresseClub Regensburg e.V. dotiert.

Preisgericht

Vorstand PresseClub Regensburg

Manfred Sauerer (Vorsitzender), Harry Landauer,  Ludwig Faust, Christine Schröpf (Stellvertreter), Stefan Mirbeth (Schatzmeister), Ulrich Böken (Schriftführer) sowie die Vorstandsmitglieder Gerhard Schiechel, Angelika Schüdel und Anja Stuppa

Hinzubestimmte Mitglieder

Karl Birkenseer (Passauer Neue Presse), Dr. Christian Eckl (Wochenblatt), Wolfgang Brun (Donaupost), Andreas Sauer/Eric Metzler, (BMW-Group), Josef Pöllmann (Mittelbayerische Zeitung), Katja Auer (Süddeutsche Zeitung), Ilka Meierhofer, (TVA)

Beratendes Mitglied ohne Stimmrecht

Rolf Bau (Justitiar)

 

Bewerbung

Bewerbungen sind schriftlich und vollständig an die unten angegebene Adresse einzureichen und sollten enthalten:

  • Anschreiben mit vollständiger Adresse der Bewerberin/des Bewerbers
  • Die zur Bewertung vorgesehene journalistische Arbeit in einfacher Ausfertigung (Faksimile des Originalartikels oder CD mit Manuskript bzw. DVD mit Manuskript und Schnittliste bzw. Online-Darstellungen auf digitalem Datenträger mit Manuskript) einschließlich der Informationen über Medium und Datum der Veröffentlichung
  • Erklärung zur Autorenschaft (falls erforderlich)
  • Tabellarischer Lebenslauf mit aktuellem Bild
  • Überblick über die bisherige journalistische Tätigkeit

Themen, die mehrere Artikel umfassen, oder Artikel-Serien dürfen nicht mehr als drei ausgesuchte Beiträge umfassen.

 

Bewerbungsschluss ist der 29. September 2017

Eingereichte Arbeiten werden nur auf ausdrücklichen Wunsch zurückgesandt.

Mit Einsendung der Arbeiten werden die Ausschreibungsbedingungen anerkannt.

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

 

Rückfragen und Versandadresse für die Unterlagen

PresseClub Regensburg

c/o Mittelbayerische Zeitung – Woll-Preis 17

Kumpfmühler Str. 9, 93049 Regensburg

Telefon 09 41207-255

Mail: manfred.sauerer@mittelbayerische.de

Adresse

PresseClub Regensburg e.V.

Ludwigstraße 6, 93047 Regensburg

www.presseclub-regensburg.de

Preisträger 2014

Andreas Wenderoth, Berliner Journalist

Der Berliner Journalist Andreas Wenderoth wird mit dem Eberhard-Woll-Preis 2014 des Regensburger Presse-Clubs ausgezeichnet. Er überzeugte die Jury mit dem Feature „Wege der Hoffnung“, das das Spannungsverhältnis zwischen aus vielerlei Gründen überforderten Eltern sowie Jugend- und Sozialämtern beschreibt. Der 49-Jährige hatte dazu in Regensburg recherchiert. Sein Text erschien im Magazin der Süddeutschen Zeitung und ist unter folgendem Link nachzulesen:

http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/37861/Wege-der-Hoffnung

„Der Beitrag von Andreas Wenderoth hält uns eindrucksvoll vor Augen, welch unschätzbare Arbeit etwa in Jugendämtern geleistet wird. Er lässt uns authentisch am Geschehen in den betroffenen Familien teilhaben. Und er macht ohne Effekthascherei deutlich, dass mitten unter uns Menschen leben, die ihre Kinder lieben und es trotzdem nicht schaffen, deren Wohl zu garantieren,“ würdigte Presse-Club-Vorsitzender Manfred Sauerer den Gewinnerbeitrag. Und weiter: „Wenderoth tut dies alles in einer klaren, verständlichen, dennoch wandelbaren Sprache, die den Leser zu jeder Zeit fesselt.“ Wenderoth erhält die Auszeichnung am 21. November bei einem Festakt in Regensburg. Die Laudatio hält der frühere Münchner Oberbürgermeister Christian Ude.

Der Jury hatten 15 Journalisten und Medienfachleute angehört. Der Eberhard-Woll-Preis, der nach dem früheren PresseClub-Vorsitzenden benannt ist, wird seit 1999 vergeben. Er ist mit 1500 Euro dotiert und soll herausragende Texte mit Bezügen zu Ostbayern ins Blickfeld rücken.

Erstmals vergab der Presse-Club zudem einen undotierten Sonderpreis, der das journalistische Gesamtwerk des Regensburger Journalisten Thomas Muggenthaler würdigt. Er berichtet für den Bayerischen Rundfunk seit vielen Jahren über das Schicksal von Zwangsarbeitern in der NS-Zeit. Mit seiner intensiven Spurensuche hat er Zeitdokumente geschaffen. 2001 war er für eine seiner Arbeiten zu diesen Thema bereits mit dem Eberhard-Woll-Preis ausgezeichnet worden.

Die Preisträger 2011

Das Autorenquartett der Mittelbayerischen Zeitung Claudia Böken, Marianne Sperb, Josef Pöllmann und Thomas Rieke

Die Journalisten aus der Lokalredaktion Regensburg überzeugten die Jury mit einer überraschenden und facettenreichen Halbzeitbilanz zur Regensburger Stadtpolitik. „Das Besondere ist nicht das Thema an sich, sondern die Art der Berichterstattung”, so Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, der Vorsitzende des Regensburger Diözesankomitees und CSU-Landtagsabgeordneter, in seiner Laudatio. So stellt das Quartett Kommunalpolitikern nicht nur ein repräsentatives Zeugnis aus und bewertete Konsequenzen des Handelns der Mandatsträger für die Zukunft der Bürgerinnen und Bürger. Die Jury beeindruckte der Einsatz unterschiedlichster journalistischer Formen ebenso wie die interaktive Einbindung der Leser in die Diskussion. Genutzt wurden dafür auch digitale Kanäle, etwa die sozialen Netzwerke. „Wir wollten den Bürgern mit fundierter journalistischer Arbeit sagen, was wirklich Sache in Regensburg ist“, erläuterte Pöllmann, Leiter der Lokalredaktion Regensburg, in seiner Dankesrede. Für Laudator Lerchenfeld ist die kreative journalistische Herangehensweise beispielhaft: „Ich bin mir sicher, dass die Auszeichnung hilft, die neuartigen Formen der Berichterstattung zu fördern, die auf der Grundlage hoher journalistischer Verantwortung in enger Verbindung mit anderen Medien und den Lesern basieren.”
Die nächste Ausschreibung ist für 2014 vorgesehen.

Preisträger 2009

Die Volontärsjahrgänge 2007 bis 2009 der Mittelbayerischen Zeitung

Die Serie „Was kostet das Glück” der Mittelbayerischen Zeitung wurde 2009 ausgezeichnet. Volontärsjahrgänge 2007 bis 2009, Mittelbayerische Zeitung

Die Volontärsjahrgänge 2007 bis 2009 – insgesamt zwölf junge Journalisten – zeichnen sich für Konzept und Umsetzung der Artikelreihe verantwortlich. Mit Reportagen, Interviews und Kommentaren spürten sie den verschiedenen Facetten des Themas nach: von der Frage, ob Geld glücklich macht bis zum Alltag in Armut oder dem Glücksfaktor Kind.

Preisträger 2007

Ruth Stellmann, Bayerischer Rundfunk


Der Beitrag in der Reihe „Nahaufnahme“ heißt „Schlimmes Erwachen – der Regensburger CSU droht die Übernahme durch eine schwarz-braune Clique“. Da feierten gut 50 junge Menschen die Wahl von Thomas Fürst zum neuen Vorsitzenden des Regensburger CSU-Ortsverbandes Altstadt. Jenes Thomas Fürst, der diesem Ortsverband erst wenige Stunden vor der Abstimmung beigetreten war. Ein Mann, dem ebenso wie Teilen seiner Gefolgschaft eine rechtsradikale Einstellung nachgesagt wird. Ruth Stellmann stellt einerseits die Abscheu über all die Unverfrorenheit und teilweise Menschenverachtung dar, mit der Fürst und Kollegen agierten. Andrerseits verdeutlicht sie, dass Bürger von Anfang an genau hinzuschauen und beim geringsten Zweifel rechtsradikaler Gesinnung Konsequenzen ziehen müssen.

Preisträger 2005

Christine Krämer, Der Neue Tag

Das Schicksal des Lokführers Johann Grünwald und seines Heizers Georg Dietl, das die Weidener Journalistin Christine Krämer recherchiert und aufgeschrieben hat, gehört zu den Ergreifendsten in der Oberpfalz. Die beiden Männer opferten in den letzten Kriegstagen ihr Leben, um ihre Heimatstadt vor einer Katastrophe zu bewahren. Sie steuerten einen mit Sprengstoff beladenen Zug unter Angriffen von Jagdbombern vom Bahnhof an den Stadtrand. Der Zug wurde getroffen, explodierte wenig später. Mindestens 60 Menschen starben, doch ohne diesen Einsatz wären es noch viel mehr gewesen. Der Weidener Journalistin gelingt die Darstellung ohne Pathos. Sie hat bedacht, dass in den letzten Kriegstagen viele eben nicht von persönlichen Katastrophen, von Grausamkeiten und Verbrechen verschont worden sind.

Preisträger 2003

Christine Schröpf, Mittelbayerische Zeitung

Mit ihrer Serie „Der Fall Lorie“ hat Christine Schröpf bewiesen, dass Aktualität weniger mit starren Zeitbegriffen, sondern sehr viel mehr mit menschlichem Betroffensein zu tun hat. Der damals 80-jährige Henry Lorie – ein polnischstämmiger Jude, der sich nach dem Zweiten Weltkrieg in England ansiedelte  – suchte 2002 nach seiner seit 60 Jahren vermissten Schwester. Unter dem Namen Maria Malinowska, der ihre jüdische Herkunft verschleiern sollte, hatte sie 1943 als Zwangsarbeiterin in der Nähe von Regensburg gelebt. Christine Schröpf war berührt von Henry Lories Konsequenz, die jahrzehntelang an einer Hoffnung festhielt. In den Folgen ihrer Serie ließ Christine Schröpf Zeitzeugen zu Wort kommen, berichtete über den Stand der „Ermittlungen“ und über die Reaktionen Henry Lories.

Preisträger 2001

Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk

Für seine Dokumentation über Zwangsarbeit und Zwangsarbeiter in Bayern wurde der Rundfunkreporter Thomas Muggenthaler ausgezeichnet. Viele Zwangsarbeit, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs nach Poen zurückgekehrt waren, wussten gar nicht, dass ihnen symbolische Schmerzensgeldsummen zuerkannt wurden, oder sie waren aus Alters- und Krankheitsgründen nicht mehr gewandt genug, ihre spät für Recht erkannten Ansprüche einzufordern. Muggenthaler spürte bei vielen Polenreisen diese ehemaligen Zwangsarbeiter auf, interviewte sie und wies sie auf die Zahlungsbereitschaft derer hin, die vor 56 Jahren vom Arbeitseinsatz der Freiheitsberaubten profitiert hatten.

Preisträger 1999

Helmut Wanner und Uwe Moosburger, Mittelbayerische Zeitung

Die ersten Träger des Eberhard-Woll- Preises Helmut Wanner und Uwe Moosburger, beide Redakteure der Mittelbayerischen Zeitung, erhielten die Auszeichnung für ihr Buch „Schabbat Schalom“, das Geschichten und Bilder aus dem Alltag der Jüdischen Gemeinde in Regensburg zum Inhalt hat. In seiner Laudatio würdigte der damalige MZ-Chefredakteur Kurt Hofner in der preisgekrönten Arbeit die „unendliche Neugier, waches und genaues Hinschauen auf das, was ist und die Hinwendung zu den Menschen, die unerschöpflich Tag für Tag für den Stoff sorgen, aus dem Journalistenträume sind“. Hofner sah in dem Buch „keinen Beitrag zur Schlussstrich- Debatte, sondern eine leise Einladung, wieder miteinander leben zu lernen“.