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Eberhard-Woll-Preis

Der Eberhard-Woll-Preis

Der Eberhard-Woll-Preis honoriert hervorragende Veröffentlichungen auf den Gebieten des Journalismus und der Publizistik.

Der PresseClub Regensburg vergibt den Preis alle zwei Jahre seit 1999. Die honorierte Veröffentlichung muss einen Bezug zur Region Ostbayern haben und soll aktuell sein, in der Regel nicht älter als zwei Jahre.

Der Eberhard-Woll-Preis ist nach dem Gründungsmitglied und langjährigen Vorsitzenden Eberhard Woll benannt, der 1998 verstorben ist. Der Preis ist mit 1500 Euro dotiert.

Eine 15-köpfige Jury, der auch die acht Vorstandsmitglieder des PresseClub angehören, trifft die Auswahl unter den Arbeiten.

Der Regensburger Künstler Alfred Böschl hat eine Plastik entworfen, die den Preisträgern überreicht wird.

Eberhard-Woll-Preis 2009

  • Volontärsjahrgänge 2007 bis 2009, Mittelbayerische ZeitungVolontärsjahrgänge 2007 bis 2009, Mittelbayerische Zeitung

    Die Serie “Was kostet das Glück” der Mittelbayerischen Zeitung wurde mit dem Eberhard-Woll-Preis 2009 ausgezeichnet. Die Volontärsjahrgänge 2007 bis 2009 – insgesamt zwölf junge Journalisten – zeichnen sich für Konzept und Umsetzung der Artikelreihe verantwortlich. Sie spürten mit Reportagen, Interviews und Kommentaren den verschiedenen Facetten des Themas nach: von der Frage, ob Geld glücklich macht bis zum Alltag in Armut oder dem Glücksfaktor Kind.

  • Ruth Stellmann, Bayerischer Rundfunk

    Der Beitrag in der Reihe „Nahaufnahme“ heißt „Schlimmes Erwachen – der Regensburger CSU droht die Übernahme durch eine schwarz-braune Clique“. Da feierten gut 50 junge Menschen die Wahl von Thomas Fürst zum neuen Vorsitzenden des Regensburger CSU-Ortsverbandes Altstadt. Jenes Thomas Fürst, der diesem Ortsverband erst wenige Stunden vor der Abstimmung beigetreten war. Ein Mann, dem ebenso wie Teilen seiner Gefolgschaft eine rechtsradikale Einstellung nachgesagt wird. Ruth Stellmann stellt einerseits die Abscheu über all die Unverfrorenheit und teilweise Menschenverachtung dar, mit der Fürst und Kollegen agierten. Andrerseits verdeutlicht sie, dass Bürger von Anfang an genau hinzuschauen und beim geringsten Zweifel rechtsradikaler Gesinnung Konsequenzen ziehen müssen.

  • Christine Krämer, Der Neue Tag

    Das Schicksal des Lokführers Johann Grünwald und seines Heizers Georg Dietl, das die Weidener Journalistin Christine Krämer recherchiert und aufgeschrieben hat, gehört zu den Ergreifendsten in der Oberpfalz. Die beiden Männer opferten in den letzten Kriegstagen ihr Leben, um ihre Heimatstadt vor einer Katastrophe zu bewahren. Sie steuerten einen mit Sprengstoff beladenen Zug unter Angriffen von Jagdbombern vom Bahnhof an den Stadtrand. Der Zug wurde getroffen, explodierte wenig später. Mindestens 60 Menschen starben Doch ohne diesen Einsatz wären es noch viel mehr gewesen. Der Weidener Journalistin gelingt die Darstellung ohne Pathos. Sie hat bedacht, dass in den letzten Kriegstagen viele eben nicht von persönlichen Katastrophen, von Grausamkeiten und Verbrechen verschont worden sind.

  • Christine Schröpf, Mittelbayerische Zeitung

    Mit ihrer Serie „Der Fall Lorie“ hat Christine Schröpf bewiesen, dass Aktualität weniger mit starren Zeitbegriffen, sondern sehr viel mehr mit menschlichem Betroffensein zu tun hat. Der damals 80-jährige Henry Lorie – ein polnischstämmiger Jude, der seit Jahrzehnten in England lebt – suchte 2002 nach seiner seit 60 Jahren vermissten Schwester Maria. Unter dem Namen Maria Malinowska, der ihre jüdische Herkunft verschleiern sollte, hatte sie 1943 als Zwangsarbeiterin in der Nähe von Regensburg gelebt. Christine Schröpf war berührt von Henry Lories Konsequenz, die jahrzehntelang an einer Hoffnung festhielt. In den Folgen ihrer Serie ließ Christine Schröpf Zeitzeugen zu Wort kommen, berichtete über den Stand der „Ermittlungen“ und über die Reaktionen Henry Lories. Als dieser Regensburg noch einmal besuchte, konnte sie ihn an verschiedene Orte begleiten, an denen seine Schwester gearbeitet hatte.

  • Thomas Muggenthaler, Bayerischer Rundfunk

    Für seine Dokumentation über Zwangsarbeit und Zwangsarbeiter in Bayern ist dem Rundfunkreporter Thomas Muggenthaler der Preis zuerkannt worden. Viele der nach dem Dritten Reich nach Polen Zurückgekehrten wußten gar nicht, dass ihnen symbolische Schmerzensgeldsummen zuerkannt worden waren, oder sie waren aus Alters- und Krankheitsgründen nicht mehr gewandt genug, ihre spät für Recht erkannten Ansprüche einzufordern. Thomas Muggenthaler spürte bei vielen Polenreisen ehemalige Zwangsarbeiter auf, interviewte sie und wies sie auf die Zahlungsbereitschaft derer hin, die vor 56 Jahren vom Arbeitseinsatz der Freiheitsberaubten profitiert hatten.
    Links PresseClub-Vorsitzender Ludwig Faust, rechts Dr. Sigrid Woll.

  • Helmut Wanner und Uwe Moosburger, Mittelbayerische Zeitung

    Die ersten Träger des Eberhard-Woll- Preises Helmut Wanner und Uwe Moosburger, beide Redakteure der Mittelbayerischen Zeitung, erhielten die Auszeichnung für ihr Buch „Schabbat Schalom“, das Geschichten und Bilder aus dem Alltag der Jüdischen Gemeinde in Regensburg zum Inhalt hat. In seiner Laudatio würdigte der damalige MZChefredakteur Kurt Hofner in der preisgekrönten Arbeit „unendliche Neugier, waches und genaues Hinschauen auf das, was ist und die Hinwendung zu den Menschen, die unerschöpflich Tag für Tag für den Stoff sorgen, aus dem Journalistenträume sind“. Hofner sah in dem Buch „keinen Beitrag zur Schlussstrich- Debatte, sondern eine leise Einladung, wieder miteinander leben zu lernen“.

Ausschreibung 2009

Der Eberhard-Woll-Preis honoriert hervorragende Veröffentlichungen auf den Gebieten des Journalismus und der Publizistik. Die honorierte Veröffentlichung muss einen Bezug zur Region Ostbayern haben und soll aktuell sein, in der Regel nicht älter als zwei Jahre.

Teilnahmebedingungen

• Preisträger kann jede natürliche oder juristische Person oder Personenmehrheit sein.
• Jedermann kann sich für den Eberhard-Woll-Preis bewerben oder eine andere Person vorschlagen. Hierbei ist konkret anzugeben, welche Veröffentlichung bewertet werden soll.
• Bewerber und vorgeschlagene Personen haben sich bei der Bewerbung bzw. auf Aufforderung durch das Preisgericht den Regelungen dieses Statuts zu unterwerfen. Verstreicht eine hierzu vom Preisgericht gesetzte Frist fruchtlos, gilt die Bewerbung bzw. der Vorschlag als zurückgezogen.
• Über die Zuerkennung des Eberhard-Woll-Preises entscheidet ein aus ehrenamtlichen Preisrichtern bestehendes Preisgericht.

Dotierung

Der Eberhard-Woll-Preis ist mit einem bei der Preisverleihung auszahlbaren Betrag in Höhe von 1500.- Euro sowie – soweit der Preisträger die satzungsmäßigen Voraussetzungen erfüllt – einer unentgeltlichen ordentlichen Mitgliedschaft im PresseClub Regensburg e.V. dotiert.

Preisgericht

Hinzubestimmte Mitglieder
Die Anfragen laufen derzeit.

Vorstand PresseClub Regensburg
Manfred Sauerer (Vorsitzender), Ludwig Faust, Wolfgang Brun, Christine Schröpf (Stellvertreter), Stefan Mirbeth (Schatzmeister), Ulrich Böken (Schriftführer) sowie die Vorstandsmitglieder Ilka Meierhofer, Harry Landauer und Gerhard Schiechel

Beratendes Mitglied ohne Stimmrecht
Rolf Bau (Justitiar)

Bewerbung

Bewerbungen sind schriftlich und vollständig an die unten angegebene Adresse einzureichen und sollten enthalten:

• Anschreiben mit vollständiger Adresse der Bewerberin/des Bewerbers
• Die zur Bewertung vorgesehene journalistische Arbeit in einfacher Ausfertigung (Faksimile des Originalartikels oder CD mit Manuskript bzw. DVD mit Manuskript und Schnittliste bzw. Online-Darstellungen auf digitalem Datenträger mit Manuskript) einschließlich der Informationen über Medium und Datum der Veröffentlichung
• Erklärung zur Autorenschaft (falls erforderlich)
• Tabellarischer Lebenslauf mit aktuellem Bild
• Überblick über die bisherige journalistische Tätigkeit

Themen, die mehrere Artikel umfassen, oder Artikel-Serien dürfen nicht mehr als drei ausgesuchte Beiträge umfassen.Bewerbungsschluss ist der 16. Oktober 2009 Eingereichte Arbeiten werden nur auf ausdrücklichen Wunsch zurückgesandt.Mit Einsendung der Arbeiten werden die Ausschreibungsbedingungen anerkannt.Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Rückfragen und Versandadresse für die Unterlagen

PresseClub Regensburg
c/o PR+Werbung Ludwig Faust
Prüfeninger Schloßstr. 2
93051 Regensburg
Telefon 09 41/9 20 08-0
Telefax 09 41/9 20 08-10
Link zur e-mail

Adresse

PresseClub Regensburg e.V.
Ludwigstraße 6
93047 Regensburg
www.presseclub-regensburg.de